Blutwerte verstehen

Blutwerte bei Tieren verstehen

von Carolin Caprano

Wenn es unseren vierbeinigen Gefährten schlecht geht, ist nicht immer gleich ersichtlich, was die Ursache dafür sein könnte. Manchmal machen uns schwerwiegende Probleme wie extremer Juckreiz, Erbrechen, Durchfall, Umfangsvermehrungeno der eine auffällige Verschlechterung des Allgemeinzustandes große Sorgen. Manchmal sind es aber auch nur vermeintliche "Kleinigkeiten", wie beispielsweise ein verzögerter Fellwechsel oder Müdigkeit.

 

Der Tiertherapeut wird dann zunächst den Fall aufnehmen und ein ausführliches Gespräch mit dem Patientenbesitzer führen. Danach erfolgen Untersuchungen wie Adspektion (Betrachtung), Palpation (Betastung) und Auskultation (Abhören).

 

In vielen Fällen ist es jedoch angebracht, auch eine weiterführende Diagnose durchzuführen und dies erfolgt zum Beispiel über ein Blutbild. Ein Blutbild ist eine Zusammenstellung von wichtigen Befunden aud einer entnommenen Blutprobe bei unserem Haustier. Über diese Befunde erhält der Therapeut und damit natürlich auch der Tierbesitzer einen Überblick über die zellulären Bestandteile des Blutes und deren Qualität. Abweichungen (Erhöhungen oder Verminderungen von Bestandteilen) können dann wichtige Hinweise auf mögliche Erkrankungen geben.

 

Für Tierbesitzer ohne medizinische Vorkenntnisse ist es jedoch oft schwierig, aus solchen Befunden schlau zu werden. Um Befunde des Tiertherapeuten besser nachvollzehen zu können, sollen hier die einige wichtige Parameter erklärt werden, aus denen sich das kleine Blutbild zusammensetzt:

  • Erythrozyten (rote Blutzellen)

 erhöht bei z.B.:

 - chronische Herzinsuffizienz

 - chronische Pneumopathien

 - Physiologisch im Training

 - Physiologisch bei Aufenthalt in großen Höhen

 - Hypererythropoetinämie

 - Dehydration

 - Kreislaufschock

 

erniedrigt bei z.B.:

 - Anämie

 - Blutverlust

 - Vermehrung des Blutplasmas

 

  • Leukozyten (weiße Blutzellen)

 erhöht bei z.B.:

 - physiologisch bei Aufregung, Furcht, Stress, Belastung, Tachykardie

 - Infektionskrankheiten

 - Urämie

 - Diabetes mellitus

 - Darmtoxine

 - Schwermetallbelastung

 - Resorption körpereigener Proteine

 - Entzündungen

 - Tumore

 - Enzephalitiden

 - Leukosen, Leukämien

 

erniedrigt bei z.B.:

 - virale Infektionen

 - Schock

 - Blutdruckabfall

 - Endometritis

 - Salmonellose beim Pferd

 - Östrogenvergiftung beim Hund

 - Einnahme von Zytostatika, Phenylbutatzon, Metamizol, Chloramphenicol

 - Myelosklerose

 - Knochenmarksathropie

 

  • Thrombozyten (Blutplättchen)

 erhöht bei z.B.:

 - Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark

 

erniedrigt bei z.B.:

 - Erkrankung der Blutgefäße, Blutzellen und der Nieren

 - gestörte Blutbildung

 - Anämie

 

  • Hämoglobin(Konzentration des Blutfarbstoffes)

 erhöht bei z.B.:

 - Dehydration

 - übermäßige Vermehrung der Blutzellen (Polyglobulie)

 

 erniedrigt bei z.B.:

 - Anämie

 

  • Hämatokrit (prozentualer Anteil der Erythrozyten am Gesamtblut)

 erhöht bei z.B.:

 - chronische Herzinsuffizienz

 - chronische Pneumopathien

 - Physiologisch im Training

 - Physiologisch bei Aufenthalt in großen Höhen

 - Hypererythropoetinämie

 - Dehydration

 - Kreislaufschock

 

erniedriegt bei z.B.:

 - Anämie

 - Blutverlust

 - Vermehrung des Blutplasmas

 

  • MCH (Hämoglobinmenge pro Erythrozyt)

 erhöht bei z.B.:

 - hyperchrome Anämie

 

ernedrigt bei z.B.:

 - hypochrome Anämie

 

  •  MCHC (Mittlere Hämoglobinkonzentration der Erythrozyten)

erhöht bei z.B.:

 - selten (meist Messfehler)

 

erniedrigt bei z.B.:

 - Retikulozytenvermehrung

 - Eisenmangel

 - Eiweißmangelernährung

 

  • MCV (Mittleres Erythrozytenvolumen)

 erhöht bei z.B.:

 - makrozytere, Hymperchrome Anämie

 

erniedrigt bei z.B.:

 - mikrozytere, hypochrome Anämie

 - Eisen-, Kupfermangel

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