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„Interview Sandra Schmidt"

Interview mit Sandra schmidt von Natural horse healing

von Carolin Caprano

Fotos: Sandra Schmidt

Hallo Sandra, ich freue mich, dass du Zeit und Lust hast, dieses Interview mit mir zu führen. Zunächst würden die Leser gerne ein bisschen mehr über dich erfahren. Du hast einen Beruf, der mit Tieren zu tun hat. Wie ist es dazu gekommen?

Ich komme eigentlich aus der Humanmedizin, ich habe mal als Arzthelferin angefangen und war dann als Pharmareferentin unterwegs. Aber meine Leidenschaft galt schon immer den Pferden. Mein erstes Pferd hatte ich mit 4 Jahren. Als Pferdebesitzerin habe ich dann irgendwann festgestellt, welch eine großartige Wirkung die Naturheilkunde auf meine Pferde hatte. Daher habe ich mich dann mehr damit beschäftigte und irgendwann war da der Wunsch mehr daraus zu machen.

Welche Ausbildungen hast du absolviert, um deinen Job ausüben zu können und was hat dir dabei besonders viel Spaß gemacht?

Meine Erfahrungen im medizinischen Bereich waren und sind auf jeden Fall sehr wertvoll. Zuerst habe ich eine Ausbildung zur Tierheilpraktikerin, eine in der Akupunktur für Tiere und zudem Bachblüten in der Tierheilkunde absolviert.

Aber damit bin ich in der Praxis immer wieder an Grenzen gestoßen, wo ich nicht helfen konnte. Daher kam noch die Ausbildung zur Tierphysiotherapie und Osteopathie sowie als K-Active vet. Instruktor hinzu. Natürlich gehören Fortbildungen auch immer dazu.

Besonders viel Spaß machte es mir zu sehen, welche guten Ergebnisse ich manchmal mit nur minimalem Aufwand erreichen lassen.

Welche Schwerpunkte setzt du in deiner Praxis in Bezug auf Behandlungsmethoden? Und mit welchen Tierarten können Kunden zu dir kommen.

Ich habe mich auf Pferde und Hunde spezialisiert.

Mein Schwerpunkt liegt im Bereich der Physiotherapie und in der Sattelkunde. Viele meiner Patienten haben Probleme im Bereich des Bewegungsapparates und dazu nicht selten einen unpassenden Sattel.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Phytotherapie, also die Kräuterheilkunde. Durch das Zusammenstellen verschiedener Kräuter kann ich ganz spezifisch auf meinen jeweiligen Patienten eingehen.

Ich weiß, dass du auch als Instruktor für das Kinesiologische Pferdetaping arbeitest. Was ist das Besondere daran, zu unterrichten?

Die Zusammenarbeit mit den Kursteilnehmern macht mir sehr viel Spaß. Zu sehen wie sie die Behandlungsmethode und die Idee dahinter verstehen und dann erfolgreich anwenden, ist ein wirklich tolles Gefühl. Außerdem habe ich hier auch die Möglichkeit international zu arbeiten. Z.B. in London oder in Santiago de Chile.

Und wäre das alles nicht schon genug Arbeit ;-) hast du neben deiner Praxis auch noch einen eigenen Shop und berätst deine Kunden in Bezug auf den richtigen Sattel. Kannst du uns ein wenig darüber erzählen und erklären, warum ein passender Sattel so wichtig ist.

Zur Physiobehandlung gehört es natürlich dazu sich auch ein Bild vom Rücken und Sattel des Pferdes zu machen. Der Sattel muss sowohl dem Pferd als auch, was oft unterschätzt wird, dem Reiter passen.

Gerne wird erzählt, das bestimmte Sattelsysteme an jedes Pferd und Reiter-Paar angepasst werden können. Dem stehe ich sehr skeptisch gegenüber, denn dies muss einfach immer ganz individuell getestet werden. Sowohl im Stand als auch in der Bewegung.

Um hier möglichst individuell auf meine Kunden eingehen zu können, habe ich mich auf flexible Sattelsysteme spezialisiert. Diese lassen sich auch immer wieder neu anpassen, was vor allem bei jungen Pferden sehr wichtig ist.

Für mich gehört auch immer noch eine kleine Einweisung dazu, also eine Beratung worauf man achten sollte und woran man erkennt, wann der Sattel neu angepasst werden sollte.

Bei einem unpassenden Sattel kommt es oft zu Druckstellen im Sattelbreich bis hin zum Muskelschwund. Dies kann auch passieren, wenn der Sattel zwar gut auf das Pferd abgestimmt ist, aber nicht zum Reiter passt.

Auch Widersätzlichkeiten kommen bei Pferden gern mal vor, wenn der Sattel zwickt. Über unpassende Sättel ließen sich Romane schreiben...

Und zum Schluss: Gibt es eine besondere Anekdote aus deinem Berufsleben, die du den Lesern auf keinen Fall vorenthalten willst? Vielleicht ein besonders tolles Erlebnis? Ein ganz spezieller Patient? Oder oder…

Oh ja! Ich hatte einen Hausbesuch bei einem Dobermannrüden, der seine zweite Blutegeltherapie bekommen sollte. Mein Finger hatte noch nicht die Klingel betätigt, als schon die Tür aufgerissen wurde.

Meine Kundin war sichtlich erleichtert über meine Ankunft und redete direkt auf mich ein, ob ich denn Desinfektionsmittel oder ähnliches dabei hätte, sie bräuchte dringend meine Hilfe bei Ihrem Mann.

Ich war etwas irritiert, denn schließlich war ich wegen dem Hund und nicht wegen ihrem Mann gekommen.

Als sie mich dann etwas hektisch ins Wohnzimmer schob, wunderte ich mich nicht schlecht, denn ihr Mann saß auf dem Sofa und an seiner Schulter hingen zwei Blutegel. Lachend meinte er, es hätte doch bei dem Rüden so gut geholfen, da könnte es seiner Schulter sicher auch nicht schaden!

Nur leider wollten die Egel seine Schulter nicht mehr verlassen und da kam ich ins Spiel.

Er saß dort seit mehreren Stunden und war sichtlich beunruhigt und etwas genervt das die Egel einfach nicht abfallen wollten.

Die Egel waren schnell gelöst, aber das werde ich so schnell nicht wieder vergessen! 😊

Vielen Dank für dieses schöne Interview und weiterhin ganz viel Spaß bei dem, was du tust und viele zufriedene Tiere und Ihre Menschen dazu!

Wer mehr über Sandra Schmidt und ihre Arbeit erfahren möchte  findet auch viele weitere Informationen auf den entsprechenden Websites:

 

http://www.natural-horse-healing.de/

https://www.natural-horse-healing-shop.de/

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