Neuer Blog-Artikel: Placebo in der Tierheilkunde

Der Placebo-Effekt in der Tierheilkunde

von Carolin Caprano

Die Naturheilkunde und auch die Tiernaturheilkunde steht oft dahingehend in der Kritik, dass die Wirkung vieler Verfahren nicht wissenschaftlich belegt ist.Manche vertreten sogar die Meinung, dass man deshalb den Patienten schaden würde.

Trotzdem beobachten seröse und gut ausgebildete Tierheilpraktiker und Ihre Patientenbesitzer immer wieder erstaunliche Erfolge in der Praxis. Egal ob mit Homöopathie, Akupunktur, Bachblüten, Heilkräutern oder anderen alternativen Therapiemethoden.

 

Dann hört man häufig den schon so oft von vielen Heilkundlern zitierten Spruch "Wer heilt, hat Recht".

Wir können nicht beweisen warum bestimmte Methoden, wie beispielsweise die Homöopathie, funktionieren. Aber ich kann selbst sagen, dass sie schon oft geholfen haben.  Und ob das dann vielleicht nur der berühmte Placebo-Effekt war oder nicht, ist mir am Ende eigentlich egal, wenn es dafür dem Patienten nachweislich besser geht.

 

Und da haben wir ihn auch schon: den "berühmten" Placebo-Effekt. Man hat es sicherlich schon oft gehört, aber was ist das eigentlich genau?

Im DocCheck Flexikon (http://flexikon.doccheck.com/de/Placebo-Effekt) habe ich folgende Definition gefunden:

"Als Placebo-Effekt bezeichnet man das Auftreten therapeutischer Wirkungen nach Scheinbehandlungen, insbesondere nach der Gabe von Scheinpräparaten (Placebos). Die beobachteten Wirkungen können dabei qualitativ denen eines "echten" Medikaments bzw. einer "echten" Therapie entsprechen."

 

Placebos sind also Medikamente, die gar keinen Wirkstoff enthalten und trotzdem aber wirken. Das würde nun zu der Kritik an den Homöopathika passen, denen ja oft vorgeworfen wird, dass gar kein Wirkstoff mehr nachzuweisen sei, da die Mittel ja so extrem verdünnt würden. Deshalb, sagt man, können sie auch nicht wirken.

Ich möchte nun nicht beurteilen, ob ein oder ob kein Wirkstoff in homöopathischen Mitteln oder Bachblüten die Besserung einer Krankheit hervorruft. Aber in vielen Fällen ist eben zu beobachten, dass zumindest die gewünschte Wirkung selbst durchaus eintritt.

 

Placebos funktionieren ganz einfach deshalb, weil wir daran glauben, dass sie funktionieren. In Studien wurde schon bewiesen, dass die sogenannten Schein-Medikamente mindestens genauso gut (wenn nicht sogar manchmal besser) funktionieren können wie "richtige/echte" Medikamente. Man hat zwei Gruppen von Patienten dazu einmal das Placebo und den anderen das Medikament mit Wirkstoff verabreicht.In beiden Gruppen trat eine Besserung ein.

Das Wissen und der Glaube allein, dass man etwas einnimmt das helfen wird, regt die eigenen Selbstheilungskräfte also schon an. Man fühlt sich besser.

Der US-Amerikaner Ted Kaptchuk, Medizinprofessor an der Harvard Medical School in Boston, eintdeckte sogar einen sogenannten offenen Placebo-Effekt. In seinem Versuch wussten die Patienten, dass sie ein Scheinmedikament bekamen und trotzdem trat eine Besserung der Beschwerden ein. Sie glaubten ganz einfach daran, dass die Scheinmedikamente helfen würden.

 

Das hat also nichts damit zu tun, ob man eher naturheilkundlich oder schulmedizinisch orientiert ist. In beiden Bereichen der Medizin kennt man also dieses Phänomen. Und Placebos werden dabei sogar manchmal ganz bewusst therapeutisch genutzt.

 

Mittlerweile geht man auch davon aus, dass es sogar bei Tieren einen Placebo-Effekt gibt. Gerade Hunde, Katzen oder Pferde sind sehr sensibel und nehmen jede kleine Änderung in Verhalten und sogar den Emotion ihrer Besitzer wahr. Etwas zu „bekommen“ (auch wenn es eben bloß ein Medikament oder "Scheinmedikament" ist), umsorgt und gepflegt zu werden, auch diese Elemente spielen bei einer Behandlung im Krankheitsfall eine große Rolle. Auch für ein Tier. Dazu kommt die Erwartungshaltung des Tierbesitzers, die ebenfalls großen Einfluss hat.

 

Trotzdem möchte ich damit nicht behaupten, das homöopathische Mittel immer „nur“ Placebos sind. Aber: sollte die Heilung einer Erkrankung wirklich durch einen Placebo-Effekt herbeigeführt worden sein, dann ist es mir auch recht.

Es beweisst vielmehr, dass es eben nicht bei jeder Erkrankung immer gleich eine "Chemie-Bombe" sein muss, sondern dass man sich durchaus auch auf die milderen Verfahren einlassen darf. Wird eine gründliche Anamnese und Diagnostik betrieben und die Therapieart sorgsam und mit Fachwissen auf den Patienten abgestimmt, dann dürfen wir uns gerne überraschen lassen, wozu der eigene Körper in manchen Fällen in der Lage ist.

Und umgekehrt stellt sich mir die Frage: Kann ein Medikament, egal ob echt oder Schein, überhaupt wirken, wenn wir nicht selbst daran glauben, dass es uns oder unserem Tier dadurch besser gehen wird?

 

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