Neuer Blog-Artikel: Checkliste Kaninchen-Vergesellschaftung

Langohr sucht Mitbewohner

Checkliste für die Vergesellschaftung von Kaninchen

von Carolin Caprano

Nur wenige Arten der kleinen Heimtiere, wie z.B. manche Hamster, leben bevorzugt allein. Vielmehr ist es so, dass für viele Kleintiere die Gruppenhaltung die artgerechteste Variante ist und sie sich nur in Gesellschaft wirklich wohl fühlen. So ist es auch bei den Kaninchen. Die Kaninchen möchten zwar nicht in Einzelhaft, aber trotzdem wird nicht jeder Artgenosse geduldet. Auch zwischen den Langohren muss also die "Chemie" stimmen.

Wenn bei der Vergesellschaftung gleich zu Anfang Fehler gemacht werden, kann es später schwierig werden, die entsprechenden Kaninchen noch zu friedlichem Zusammenleben zu "überreden". Einige Punkte, die man also beachten sollte sind hier in einer Art Checkliste zusammengefasst:

  • Die ideale Kombination ist ein kastrierter Rammler mit einem Weibchen, denn diese Kombination entspricht am ehesten der natürlichen Lebensweise der Kaninchen und ist oft über lange Zeit stabil.
  • Zwei Rammler sind eine mögliche Kombination. Die Rammler sollten dann aber auf jeden Fall vor der Geschlechtsreife kastriert werden.
  • Mehrere Rammler mit mehreren Weibchen ist ebenfalls eine mögliche Kombination. Wobei es hier sehr unterschiedliche Erfahrungswerte gibt.
  • Relativ ruhig sind oft ausgeglichene Gruppen (gleiche Menge jeden Geschlechtes) und Gruppen mit mehr kastrierten Rammlern.
  •  Je mehr Weibchen in Gruppen leben, umso öfter gibt es Streit zwischen den Weibchen (obwohl das eine natürliche Haltungsform wäre!).
  • Wenn möglich, so sollten Sie Ihre Kaninchen so früh wie möglich zusammenbringen. Jungtiere unter 4 Monaten lassen sich für gewöhnlich leicht miteinander vergesellschaften.
  • Erwachsene Tiere aneinander zu gewöhnen ist schwieriger, jedoch generell möglich. Idealerweise werden annähernd gleichaltrige Tiere vergesellschaftet.
  • Neue Kaninchen gehören auf alle Fälle erst einmal, auch wenn es schwer fällt, für mindestens zwei Wochen in Quarantäne (Gefahr der Übertragung von Krankheiten).
  • Es sollte selbstverständlich sein, dass zwei Kaninchen mehr Platz benötigen als ein Kaninchen, das allein lebt. Die Gefahr, dass sie sich nicht verstehen, wird geringer, je mehr Platz sie zur Verfügung haben (idealerweise rechnet man ca. 2 m² pro Kaninchen).
  • Auf keinen Fall sollten sich die Kaninchen vor der Vergesellschaftung schon sehen oder riechen können.
  • Es ist nicht sinnvoll, die Kaninchen einfach in ein vorhandenes kleines Gehege oder nur einen vorhandenen Kaufkäfig zu setzen. Bei kleineren Gehegen kann das zu großem Stress führen.
  • Für die erste Begegnung eignet sich besonders gut ein den Tieren unbekannter, neutraler Raum wie z.B. das Bad oder der Flur. Dieser sollte mit genügend Versteck- und Ausweichmöglichkeiten ausgestattet sein und sollte mindestens 6 m² groß sein.
  • Sorgen Sie im Auslauf/Vergesellschaftungsraum für verschiedene Unterschlupfmöglichkeiten mit mehreren Eingängen.
  • Verstreuen Sie Futter, das lenkt ein wenig ab. Überall im Gehege sollte Heu verteilt sein, damit die Kaninchen in den Ruhepausen immer fressen können.
  • Weibchen sind recht dominant, deshalb sollte der Rammler nach Möglichkeit älter oder im gleichen Alter sein. Jüngere Rammler könnten sonst von Weibchen, die ihr Revier verteidigen, sehr heftig angegriffen werden!
  • Auch wenn es anfangs etwas wild, laut und bedrohlich wirkt und Fell fliegt, greifen Sie bitte nicht sofort ein. Die Tiere müssen unbedingt ihre Rangordnung klären können!
  • Sollten die Kaninchen sich jedoch ernsthafte Wunden zufügen oder ein wildes Knäuel bilden, so dass die Gefahr eines blutigen Bisses besteht, müssen sie sofort getrennt werden (bitte auch auf die eigene Sicherheit achten, z.B. Handschuhe anziehen).
  • Erst wenn die Kaninchen sich im neutralem Raum für einen Tag lang gut verstehen können Sie den Tieren Auslauf in der ganzen Wohnung geben. Und erst wenn sich die Kaninchen für mehrere Stunden beim Freilauf wirklich vertragen, also schon zusammen kuscheln und sich evtl. gegenseitig putzen, zusammen fressen und sich Ihr Heu teilen, können Sie das Zusammensetzen in dem gemeinsamen Gehege wagen.
  • Vertragen sich die Tiere nicht und kommt es immer wieder zu heftigen und teils blutigen Kämpfen, sollten sie für mindestens zwei Wochen komplett getrennt werden. In dieser Zeit dürfen sich die Tiere jedoch nicht sehen und riechen können (getrennte Räume).
  • Danach kann wieder eine Vergesellschaftung versucht werden. Klappt es auch dann nicht, ist die Vergesellschaftung leider als nicht möglich anzusehen: nicht alle Tiere vertragen sich miteinander, manchmal passen sie einfach nicht zusammen.
  • Wenn sich die Tiere nicht vertragen, sollten sie auch nicht in Käfigen nebeneinander stehen. Es bedeutet Stress für ein Kaninchen, wenn ein anderes Kaninchen in der Nähe ist, mit dem es sich nicht verträgt.

Bachblüten als Hilfe bei der Vergesellschaftung

 

Um den Kaninchen, zusätzlich zu den in der Checkliste genannten Punkten, eine Unterstützung bei der Zusammenführung zu geben, kann man über den Einsatz von Bachblüten nachdenken. Idealerweise werden die Bachblüten-Mischungen (in diesem Fall wird die Mischung ohne die Zugabe des Haltbarmachers Alkohol hergestellt) für jedes Kaninchen individuell von einem Therapeuten zusammengestellt.

Mögliche Bachblüten, die in Frage kommen, sind zum Beispiel:

  1. Beech
  2. Vine
  3. Water Violet
  4. Rock Rose
  5. Mimulus

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