Neuer Blog-Artikel: Notfallapotheke für Pferde

Die Notfallapotheke für Pferde

von Carolin Caprano

Über die physiologischen Werte seines Pferdes sollte jeder Pferdehalter Bescheid wissen. Denn nur wenn man weiß, wann ein Pferd gesund ist, kann man auch wissen, wann es krank ist! Deshalb werden hier die wichtigsten Parameter aufgezeigt, die eigentlich jeder mit ein bisschen Übung auch problemlos selbst überprüfen kann:

 

Die Herzfrequenz beträgt im Ruhezustand 28 – 44 Schläge pro Minute. Messen können wir diese mit dem Stethoskop hinter dem Ellbogenhöcker oder (dann als Pulsfrequenz bezeichnet) mit der Hand am Unterkieferast.

Die Atemfrequenz beträgt in der Ruhe 8 – 16 Züge pro Minute. Messen kann man diese durch Beobachtung des Bauchbereiches (seitlich mit etwas Abstand). Auch an den Nüstern kann man durch z.B. Fühlen der Atmung die Frequenz messen, dies ist aber etwas ungenau.

Die innere Körpertemperatur beträgt beim erwachsenen Pferd ca. 37,5° - 38,2°C (beim Fohlen 37,5° - 38,5°C). Gemessen wird die Temperatur beim Pferd mit einem Thermometer im After. Wichtig dabei ist der Kontakt mit der Darmwand!

Aufpassen sollte man, dass das Thermometer nicht aus Versehen in den Darm rutscht, deshalb kann man zur Sicherheit auch eine Schnur mit Wäscheklammer am Thermometer befestigen. Die Wäscheklammer, kann dann am Schweif festgeklemmt werden...so kann nichts passieren!

 

Auch die Schleimhäute an Augen, Maul und Nüstern sollten kontrolliert werden und im Normalfall blassrosa sein.

 

Diese Parameter sollte man nun am Besten in regelmäßigen Abständen kontrollieren um so die ganz individuellen „Normalwerte“ für das jeweilige Tier festlegen zu können.

Natürlich sollte im Krankheitsfall immer ein Therapeut zu Rate gezogen werden, aber mit diesen Werten kann man dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker auch schon wertvolle Informationen am Telefon durchgeben und dieser kann dann (falls notwendig) entsprechend erste Anweisungen geben.

 

Gerade auch bei Unfällen oder Verletzungen kann es schnell notwendig werden, als Pferdehalter selbst schon einmal eingreifen zu müssen, bis professionelle Hilfe eingetroffen ist. Aus diesem Grund sollte man entsprechend ausgerüstet sein.

Zunächst sollte in jedem Stall eine Grundausstattung bzw. erste Hilfe-Ausrüstung vorhanden sein, bestehend aus:

  • sauberer Verbandwatte
  • elastischen Bandagen (10cm breit)
  • Mull-Wundauflagen
  • Desinfektionsmittel
  • evtl. sterilen Tupfern
  • Klebeband
  • Verbandschere
  • Fieberthermometer
  • sauberen Gummihandschuhen
  • Nasenbremse
  • Maulkorb
  • evtl. Stethoskop

 

Die Ausrüstung sollte möglichst separat gelagert werden und nicht im Alltag eingesetzt werden, damit im Notfall auch wirklich alles griffbereit ist!

 

Abgesehen von dieser Grundausrüstung empfiehlt es sich aber auch eine naturheilkundliche Notfallapotheke anzuschaffen. Hier dazu einige Ideen, womit diese ausgestattet werden könnte:

 

Salben:

  • Zinksalbe oder Zink-Lebertransalbe
  • Ringelblumensalbe
  • Arnikasalbe
  • Melkfett
  • Pferdebalsam bzw. sonstige Salbe oder Gel mit kühlender, durchblutungsfördernder Wirkung
  • Wund- und Brandsalbe

Tinkturen:

  • Arnikatinktur
  • Beinwelltinktur
  • Ringelblumentinktur
  • Schafgarbe

Ätherische Öle:

  • Teebaumöl (Desinfizierend. Nur äußerlich und verdünnt anwenden.)
  • Lavendelöl
  • Zitronenöl
  • Eukalyptusöl
  • Nelkenöl

=> Mit Pflanzenöl und Obstessig gemischt auch gut gegen Fliegen!

 

Pflanzenöle:

  • Leinöl
  • Johanniskrautöl
  • Kokosöl

Sonstiges:

  • Obst-Essig
  • Heilerde bzw. essigsaure Tonerde zum anrühren
  • Cool-Packs (evtl. auch Quark) im Kühlschrank bereithalten
  • Kamillosan (für Inhalationen)
  • Sterile Kochsalzlösung
  • Euphrasia-Augentropfen
  • Bachblüten Rescue-Notfalltropfen und Salbe
  • Dr. Schaette ColoSan (für Magen/Darm)

 

Ihr habt weitere Ideen? Schreibt Eure Tipps gerne hier unter diesen Beitrag :-)

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