Neuer Blog-Artikel: Bauchschmerzen Meerschweinchen- und Kaninchen

Wenn Kaninchen und Meerschweinchen Bauchschmerzen haben....

von Carolin Caprano

Beim Meerschweinchen und Kaninchen kann es aufgrund von fehlerhafter Fütterung schnell zu Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wie vor allem Durchfall oder Blähungen kommen. Begleitet wird dies meist von Apathie und auch Appetitlosigkeit.

 

Im weiteren Verlauf eines starken Durchfalls kommt es zu Abmagerung und auch zu Störungen des Wasserhaushaltes. Durch diese Austrocknung besteht dann die Gefahr, dass die Nierenfunktion versagen könnte. Bei Blähungen (Trommelsucht des Kaninchens) kommt es zu starken Fehlgärungen im Darm, die unbehandelt sogar zum Tod des Tieres führen können. Deshalb gilt es im Zweifelsfall immer schnell zu handeln und einen Therapeuten um Rat zu fragen!

 

Einseitige Ernährung und zu energiereiche Körnerfütterung oder auch zu große Mengen Frischfutter sind meist die Hauptursache für Magen-Darmerkrankungen bei Nagern und Hasenartigen. Meist fehlt es nämlich an rohfaserreichem Futter in Form von Heu. Dies kann sich außerdem auf das Gebiss der Tiere auswirken. Zu wenig Rauhfutter bedeutet auch zu wenig Zahnabrieb.

Auch plötzliche Futterumstellungen können die Darmflor schädigen, genauso wie verdorbenes oder verschimmeltes Futter. Futtermittel, die Schadstoffe (Schädlingsbekämpfungsmitteln oder Dünger) enthalten sind ebenso ein Faktor.

 

Grundsätzlich ist es deshalb wichtig, nur einwandfreie Futtermittel zu geben und auf keinen Fall Verdorbenes füttern (die Tiere sind keine Abfalleimer, die alles fressen!!!).

Kohlartige Gemüsesorten sind zwar grundsätzlich gesund, aber mit großer Vorsicht zu verfüttern. Keinesfalls darf hier zu schnell eine zu große Menge verabreicht werden, damit es nicht zu Koliken kommt. Ist man sich nicht sicher, ob eine Gemüseart verfüttert werden kann, sollte im Zweifelsfall  lieber ganz und gar verzichtet werden.

 

Dafür sollte aber immer ausreichend rohfaserhaltiges Futter wie Heu gereicht werden. Heu ist bei der Fütterung der wichtigste Bestandteil, was (wie weiter oben schon angedeutet) oft unterschätzt wird.  Ergänzt wird mit kleinen Mengen Obst und Gemüse, wie z.B. Möhren, Gurken, Äpfeln und feinen Kräutern wie Löwenzahn, Salbei, Spitzwegerich und Melissenblättern. Vitamin-C-haltige Sorten sind vor allem für Meerschweinchen wichtig, da ihr Organismus dieses Vitamin nicht selbst herstellen kann.

 

Achtung dagegen bei Getreidefütterung (meist in Form von Körnerfertigmischungen aus dem Zoohandel): durch die Körner kommt es meist zu einer zu raschen Energiezufuhr und damit zu Gewichtszunahme und Leberschäden. Deshalb entweder ganz auf Getreide verzichten oder nur geeignete Bestandteile in geringen Maßen verfüttern.

 

Wenn es nun aber zu fütterungsbedingtem Durchfall gekommen ist, kann z.B. Kamille als Tee anstelle des Trinkwassers gereicht werden. Dies entspannt und beruhigt den Magen- Darmtrakt. Einwandfreies Heu zur freien Verfügung. Homöopathisch werden zum Beispiel Abrotanum bei chronischem Durchfall mit Abmagerung oder auch Okubaka (Lebensmittelunverträglichkeit) eingesetzt. Zum Aufbau der Darmflora eignen sich dann die Effektiven Mikroorganismen in Form von EMa oder Kräuterbokashi. Man beginnt mit ganz kleinen Mengen und kann dann langsam (je nach Gewicht des Tieres) steigern.

 

Halten die Symptome auch nach 24 Stunden noch an oder verschlechtern sich schon vorher drastisch, dann sollte man jedoch nicht zögern und direkt zum Tierarzt oder Tierheilpraktiker gehen. Ausgeschlossen werden müssen dann zum Beispiel  bakterielle Infektionen, ein Parasitenbefall oder die oben erwähnte Trommelsucht.

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Kommentare: 2
  • #1

    Arletta (Donnerstag, 27 April 2017 04:47)

    Vielen Dank für diesen super Beitrag, liebe Carolin!

    Ich bin selber Meerschweinchenhalterin und arbeite viel und begeistert mit Effektiven Mikroorganismen. Was mir auffällt ist, dass es oft die Kombination von Körnerfutter/Pellets mit Frischfutter ist, die Probleme macht. Diese beiden Komponente scheinen unterschiedliche Verdauungssysteme anzusprechen, die gemeinsam einfach nicht funktionieren können. Lässt man aber das Körner-/Bunt-/Pelletfutter ganz weg, kann Frischfutter in unbegrenzter Menge gegeben werden, ohne je Probleme zu verursachen. So meine Beobachtung!
    Mit lieben Grüssen,
    Arletta

  • #2

    Carolin (Donnerstag, 27 April 2017 10:44)

    Liebe Arletta, ganz vielen Dank für deinen Kommentar und das Lob!!

    Ich finde es toll, dass du selbst schon mit den EM bei deinen Meeris arbeitest und anscheinend schon gute Erfahrungen damit gemacht hast.

    Auch deine Überlegungen bezüglich Körnerfutter und Frischfutter finde ich interessant. Es kann durchaus sein, dass Tiere, die beides kombiniert gefüttert bekommen, dadurch das Frischfutter schlechter verdauen können. Für all diejenigen, die immer noch fertiges Körner-/Pelletfutter verfüttern durchaus mal ein Aspekt, den man ja auch ganz einfach testen könnte ;-) !!

    Liebe Grüße von Carolin