Neuer Blog-Artikel: „Das Sommerekzem beim Pferd"

„Das juckt!!! - Sommerekzem beim Pferd"

von Carolin Caprano

Das Sommerekzem gehört in die Kategorie der allergischen Hautreaktionen und beschränkt sich schon seit langem nicht mehr nur auf die typischen Rassen wie Isländer. Im Prinzip kann jede Pferderasse betroffen sein, jedoch tritt es im Allgemeinen häufiger bei Kleinpferden auf.

 

Der häufigste Auslöser ist vor allem der Speichel von Stechmücken (Kriebelmücke = Culicoides), auf den der Organismus des Pferdes mit einer allergischen Reaktion antwortet. Das Immunsystem reagiert dabei übermäßig auf den Stich bzw. den Speichel dieser Stechmücken. Aber auch ein zu hoher Eiweißanteil im Futter oder zu große Mengen an frischem Gras sind als Ursache zu nennen. Auf der anderen Seite kommen auch Mangelversorgungen, vor allem mit Mineralien und Vitaminen, als begünstigende Faktoren für das Sommerekzem in Frage.

 

Ein Pferd, dass ein Sommerekzem hat leidet meist unter sehr starkem Juckreiz und fängt an, sich deshalb intensiv zu scheuern. Die Folge sind kahle Stellen im Fell, aufgescheuerte Haut und daraus resultierende Entzündungen.

Der Juckreiz beginnt meist im Mähnenkamm und an der Schweifrübe und dehnt sich dann oft auch auf den Hals, Rücken und die Kruppe aus.

 

Bei der Behandlung steht nun die Allergenvermeidung an oberster Stelle. Das bedeutet, dass das Pferd im Sommer möglichst nur von morgens (nach der Dämmerung) bis zum Nachmittag oder bei Regen auf die Koppel gebracht werden sollte. Also immer dann, wenn die Mücken nicht so intensiv schwärmen. Die Weiden sollten dabei am besten trocken und von eher kargem Bewuchs sein. Auch spezielle Ekzemerdecken können draußen die Fliegen fern halten.  Im Stall empfehlen sich Fliegennetze oder sonstige fliegenabwehrende Maßnahmen.

 

Wichtig sind außerdem entsprechende Maßnahmen bei der Fütterung. So sollte auf jeden Fall ein abgestimmter Futterplan, evtl. mit speziellen Futterergänzungen, für die betroffenen Pferde erstellt werden. Unterstützt werden kann dies durch eine vorherige Fell-Mineral-Analyse, die einen Mangel oder einen Überschuss feststellen kann. Gerade nämlich auch ein Mangel an bestimmten Mengen- oder Spurenelementen (wie z.B. Zink oder Kupfer ) führt schnell zu einer Verschlechterung des Symptomatik.

 

Es gibt eine Vielzahl an homöopathischen Mitteln, die bei der Behandlung in Frage kommen können. Zwei Mittel, die häufig zum Einsatz kommen, sind z.B. Sulfur (bei trockenem, schuppigem Ekzem und Juckreiz) oder Graphites (bei rissiger und nässender Haut). Potenzierung und Dosierung werden dem jeweiligen Pferde-Patienten angepasst. Auch feuchte Umschläge aus Calendula (Ringelblume) oder auch einfach Obstessig-Wasser können helfen, vor allem den Juckreiz kurzfristig zu lindern. Der Obstessig hat zudem desinfizierende Eigenschaften. Salben mit Zink-Lebertran decken die offenen Scheuerstellen ab (auch als Schutz vor Dreck und Fliegen) und bringt sie langsam zum abheilen.

 

Sehr gut eignen sich zudem die Effektiven Mikroorganismen (EM) als Unterstützung. Diese können sowohl zur innerlichen Einnahme (EMa flüssig oder Futterbokashi) zum Futter verabreicht werden, als auch äußerlich (EM Hautspray) positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen. Die Mikroorgansimen haben die Eigenschaft, negative Keimflora zu verdrängen und die positive, gewünschte Flora im Darm und auf der Haut ins Gleichgewicht zu bringen und zu stabilisieren.

 

Bei sehr stark ausgeprägtem Ekzem ist es auf jeden Fall ratsam einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker zu Hilfe zu holen.

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