Neuer Blog-Artikel: „Was krabbelt denn da?“ - Parasiteninfektionen beim Tier

„Was krabbelt denn da?“ - Parasiteninfektionen beim Tier

von Carolin Caprano

Parasiten sind ein Thema mit dem sich jeder Tierbesitzer früher oder später auseinandersetzt.

Wie definiert man aber eigentlich einen „Parasiten“? Das DocCheck Flexikon (flexikon.doccheck.com) beschreibt es folgendermaßen: „Ein Parasit ist ein Organismus, der sich von anderen Lebewesen (Wirt) ernährt oder diesen zu Fortpflanzungszwecken befällt. Er kann den Wirt schädigen, indem er seine Organfunktionen beeinträchtigt, Zellen zerstört und ihm wichtige Nährstoffe entzieht, ihn aber normalerweise nicht tötet.“

 

Eigentlich aber sind Parasiten erst einmal gar nicht immer etwas Schlimmes.

Jeder Organismus, egal ob Mensch oder Tier, ist mit einer gewissen Anzahl von Organismen bzw. Mikroorganismen besiedelt, die alle streng genommen auf oder in uns „parasitieren“. Denken wir doch nur mal an die Bakterien. Viele „gute“ Bakterienarten sind für uns sehr nützlich und schützen uns vor anderen Bakterienarten, die uns krank machen würden. Sie helfen uns bei der Immunabwehr oder produzieren wichtige Vitamine. Mensch und Tier leben mit ihnen in einer sogenannten Symbiose und wir brauchen uns gegenseitig.

 

Dann gibt es aber auch die Parasiten, die uns und natürlich auch unseren Pferden, Hunde, Katzen etc. eben schaden können. Wir unterteilen diese Parasitenarten in Endoparasiten (Parasiten, die in ihrem Wirt leben, wie z.B. Würmer oder Protozoen) und Ektoparasiten (Parasiten, die auf ihrem Wirt leben, wie z.B. Zecken, Flöhe, Läuse etc.). Übertragen werden sie zum Beispiel über den Kot, befallene Beutetiere, über Generationen (befallenes Muttertier überträgt es an die Jungen), oder durch den Kontakt von Tier zu Tier.

 

Ein geschwächter Organismus kann sich so mit ihnen infizieren und gibt den „Plagegeistern“ die Möglichkeit, sich ungestört zu vermehren. Betroffene Tiere zeigen dann Symptome wie z.B. Juckreiz der Haut, Rötungen und Haarausfall, Durchfall, Juckreiz am After, Abmagerung oder in sehr schweren Fällen sogar Anämie (Blutarmut).

 

Manche Parasiten sind mit bloßem Auge oder mit der Lupe auf der Haut oder im Kot des befallenen Tieres zu sehen. In anderen Fällen benötigt es Untersuchungen im Labor, wie z.B. einen Tesafilm-Abklatsch, ein Hautgeschabsel, eine Blutuntersuchung oder eine Kotuntersuchung um die Infektion nachzuweisen.

Was tun?

Liegt ein schwerer Befall vor, dann helfen oft nur chemische Keulen vom Tierarzt wie eine Wurmkur, um dem Tier zunächst Linderung zu verschaffen. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle gerne nochmal an einen meiner Sätze weiter oben erinnern: „Ein geschwächter Organismus kann sich so mit Ihnen infizieren….“. Bedeutet das also, das sich das eine Tier anstecken kann und das andere nicht? Und wenn ja, warum ist das so?

 

Normalerweise ist ein gesunder Organismus mit einer intakten Abwehr ganz gut in der Lage, sich gegen Parasiten zur Wehr zu setzen, damit es erst gar nicht zu einem Befall kommt. Eine intakte Darmflora und eine starke Abwehr, ein stabiles Hautmilieu, gute Haltung, Pflege und Fütterung bilden wichtige Bausteine, um den Körper zu schützen.

Dazu gehört auch, nicht wahllos Wurmkuren oder Spot-on‘s ins und aufs Tier zu bringen. Solche Mittel können zwar bei einem starken Befall gute Dienste erweisen, bringen aber natürlich nicht nur Vorteile mit sich.

 

Antiparasitika können nicht zwischen „guten“ und „bösen“ Parasiten unterscheiden. Bei einer Wurmkur zum Beispiel wird dann der ganze Darm „geputzt“, ohne Rücksicht auf Verluste. Wird die nützliche Darmflora im Nachhinein nicht wieder aufgebaut, so haben die nächsten Parasiten recht leichtes Spiel in diesem Organismus gleich wieder Fuß zu fassen (oft werden sie auch immun gegen bestimmte Wirkstoffe, die häufig eingesetzt werden). Ein Teufelskreislauf beginnt.

 

Deshalb empfiehlt es sich in vielen Fällen, nicht unbedingt „blind“ einem Entwurmungsschema zu folgen, sondern vorher die Tiere regelmäßig zu checken. So kann z.B. eine korrekt genommene Kotprobe (über mehrere Tage) Aufschluss geben, ob ein Befall mit Würmern vorliegt oder nicht (hierzu berät auch der Tierarzt oder Tierheilpraktiker gerne). Sollte das Ergebnis negativ sein und das Tier zudem keinerlei Symptome zeigen, muss auch nicht zwangsläufig entwurmt werden.

 

Viel mehr Augenmerk dagegen sollte auf das schon kurz angesprochene „natürliche“ Vorbeugen gelegt werden. Unterstützen und stärken Sie die eigene Abwehr ihres Tieres, damit es sich erst gar nicht ansteckt. Hochwertige und artgerechte Fütterung, ebenso wie eine tiergerechte Haltung bilden die Grundpfeiler für einen gesunden und abwehrstarken Organismus.

 

Obstessig (innerlich und äußerlich), Effektive Mikroorganismen bzw. EM (innerlich und äußerlich)und Bierhefe können zur Sanierung des Darm- und Hautmilieus eingesetzt werden. Ebenso wie spezielle Darmaufbaupräparate, die mit nützlichen Bakterienkulturen angereichert sind.

 

Homöopathisch zur Umstimmung des Darmmilieus gegen Parasiten haben sich Abrotanum D3 und Cina D3 bewährt (sollte jedoch mit einem Tierheilpraktiker abgesprochen werden). Pflanzlich können bei Hund und Katze gemahlene Kürbiskerne (1-2 Teelöffel zum Futter) und geriebene Möhren helfen, den Darm „sauber“ zu halten.

 

Gegen Ektoparasiten wie Zecken oder Flöhe gibt es mittlerweile auch schon zahlreiche Mittel auf natürlicher Basis wie Decansäure (Fettsäure aus dem Kokosöl) oder Margosaextrakt (in Neemölsamen enthalten), die sich als hilfreich gezeigt haben.

 

Sicher gibt es auch immer unterschiedliche Situationen. Tiere, die regelmäßig in Pensionen müssen, auf Reise gehen oder auf Turnieren vorgestellt werden, haben zum einen ein erhöhtes Risiko sich zu infizieren. Zum anderen wird oft vorgeschrieben, dass die Tiere gegen Parasiten behandelt sein müssen. Zum Wohle der Tiere sollte man aber auch in diesen Fällen trotzdem versuchen, die „chemischen Keulen“ auf ein Minimum zu reduzieren und Nutzen, Wirkung und Nebenwirkungen gut gegeneinander abzuwägen.

Viele weitere Tipps dieser Art findet ihr übrigens auch in meinen Büchern!

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Kommentare: 2
  • #1

    Claudia (Mittwoch, 29 März 2017 08:47)

    Hallo Carolin,
    die lästigen Parasiten - jetzt geht es wieder los. Wir sind gewappnet. Lady wird mit Kokosöl eingeschmiert und kriegt auch ein wenig davon in ihr Futter, soll ja gut sein wegen den Würmern. Danke für Deinen tollen Artikel. LG Claudia :-)

  • #2

    Carolin (Mittwoch, 29 März 2017 14:17)

    Vielen Dank liebe Claudia, für dein Feedback! Kokosöl ist wirklich ein Allround-Talent :-)