Neuer Blog-Artikel: klassische Konditionierung

Klickerst du schon? ... oder „Was ist eigentlich klassische Konditionierung?“

von Carolin Caprano

Das Klickertraining ist mittlerweile bei vielen Tierhaltern eine sehr beliebte und effektive Methode, um mit ihren vierbeinigen Schützlingen zu trainieren.

Die sogenannten Klicker gibt es in allen Formen und Farben im Fachhandel zu kaufen und werden als „Tool“ benutzt, um Hund, Katze, Pferd oder anderen lernwilligen  Pelz- und Federtieren alles Mögliche beizubringen. Der Klicker signalisiert dem Haustier dann, dass es etwas richtig gemacht hat.

 

Und so funktioniert das Ganze ungefähr:

Ein Hund soll lernen, „Männchen“ zu machen. Also klickt man mit dem Klicker genau in der Sekunde, in der der Hund das gewünschte Verhalten (vielleicht auch nur aus Zufall) zeigt. Daraufhin erfolgt dann unmittelbar eine Belohnung mittels eines Leckerchens.

 

Schritt 1: Klick für das richtige Verhalten

Schritt 2:  Belohnung mit einem Leckerchen

 

Zuvor wird dem Hund der Klicker natürlich vorgestellt, ohne, dass er dafür etwas Besonderes tun muss. Es geht einfach um die Verknüpfung zwischen dem Klickgeräusch und der Belohnung. Und jetzt kommt das eigentliche Thema dieses Artikels und zwar das Prinzip, auf dem das Klickertraining beruht.

Das Klickertraining ist nichts anderes, als die sogenannte „Klassische Konditionierung“. Die Voraussetzung für die klassische Konditionierung ist das Vorhandensein einer unbedingten Reaktion auf einen unbedingten Reiz. Man bezeichnet Reiz und Reaktion als unbedingt, weil die Reaktion „zwangsläufig“ auf den Reiz folgt.

 

- > Ein unbedingter Reiz: es wird ohne vorangegangenes Lernen eine Reaktion ausgelöst

- > Unbedingte Reaktion: eine angeborene Reaktion, die durch den unbedingten Reiz ausgelöst wird

 

Vielleicht erinnert sich jetzt der ein oder andere an seine Schulzeit und den Namen „Pawlow“?! Ende des 19ten Jahrhunderts nämlich fiel dem russischen Psychologen Iwan Pawlow auf, dass man bei einem hungrigen Hund Speichelfluss auslösen kann, nur indem man ihm Futter zeigt. Das bedeutet also, schon allein beim Anblick von Nahrung (Reiz), wird Speichel produziert (Reaktion). Der Psychologe war nun neugierig, ob sich dieser Reflex auch aufgrund eines anderen, und zwar neutralen Reizes auslösen lassen würde.

 

Der Reiz musste also einer sein, auf den der Hund normalerweise nicht mit Speicheln reagieren würde, wie zum Beispiel das Aufleuchten einer Glühbirne. Dazu ließ Pawlow bei einem Hund immer ganz kurz vor der Präsentation von Futter erst eine Glühbirne aufleuchten. Es dauerte nicht lange und die Verknüpfung war hergestellt. Nun reichte schon das Aufleuchten der Glühbirne aus, um den Speichelfluss beim Hund auszulösen und nicht erst das Futter.

 

Und genau so läuft es beim Klickertraining ab. Der anfangs bedeutungslose Klick eines Klickers wird mit der direkt  darauffolgenden Belohnung konditioniert. Schon nach kurzer Zeit wird das Klickgeräusch eine freudige Erwartung beim Tier auslösen, denn die Verbindung zwischen dem Geräusch und einer Belohnung wurde hergestellt.

 

Später wird irgendwann auch nur der Klicker und z.B. ein stimmliches Lob ausreichen, um das Tier zu belohnen bzw. ihm zu signalisieren, dass es etwas richtig gemacht hat.

Aber probiert es doch einfach selbst einmal aus!

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Claudia (Mittwoch, 09 November 2016 08:55)

    Hallo, auch ich übe mit meiner Hündin mit dem Klicker. Und bin begeistert. Da funktioniert es immer super einfach. LG Claudia

  • #2

    Carolin (Mittwoch, 09 November 2016 09:08)

    Danke, liebe Claudia, für diese Rückmeldung :-) Ich freue mich, dass das Klickern bei euch auch so gut funktioniert. Ich selbst kann es mir beim Training für unseren Sheltie-Mix auch gar nicht mehr wegdenken :-)