Neuer Blog-Artikel: Mauke

Alle Jahre wieder... die Mauke bei Pferden

von Carolin Caprano

Besonders in der Winterzeit melden sich viele Pferdebesitzer wegen einer Mauke ihres Pferdes, die nicht in den Griff zu bekommen ist.

Die Mauke bezeichnet dabei ein Ekzem in den Fesselbeugen. Ein Ekzem wiederrum ist der Oberbegriff für ätiologisch unterschiedliche Formen von oberflächlichen Hautentzündungen. Ekzeme haben jedoch auch gewisse Merkmale gemeinsam, wie z.B. eine obligate Epithelschädigung, die Tendenz zur Chronizität und eine meist narbenfreie Heilung.

Ekzeme entstehen durch das Zusammenwirken von äußeren Schädigungen und  auch endogenen Dispositionen oder allergischen Faktoren.

Aufbau und Funktionen der Haut

 

Die Haut besteht insgesamt aus drei Schichten: Oberhaut, Lederhaut und Unterhautzellengewebe.

Die Oberhaut, Epidermis, besteht aus einem mehrschichtigen Plattenepithel. Die Epidermis teilt sich auch wiederum in Hornschicht, Stachelzellen- und Keimschicht auf, wobei die Keimschicht fortwährend neue Zellen bildet.

Auch die Haare sind ein Bestandteil der Epidermis und bieten dem Pferd vor allem Schutz gegen Kälte und Hitze. Jedes Tier hat, je nach Körperregion, verschiedene Arten von Haar.

 

Die Lederhaut (Corium) besteht aus Bindegewebe, das reich an Blutgefäßen, Lymphgefäßen, Nerven und Fasern ist. Sie setzt sich zum einen aus der Papillarschicht und zum anderen aus der Netzschicht zusammen.  In der Lederhaut erfolgt der Blut- und Säfteaustausch über die weitverzweigten Blutgefäße und Lymphgefäße. Außerdem sitzen hier viel Makrophagen, Leukozyten und Plasmazellen, die von großer Bedeutung für die Abwehrfunktionen der Haut sind!

 

Die Unterhaut (Subcutis) befindet sich unter der Lederhaut und besteht aus einer Art Geflecht aus kollagenen Bindegewebsbündeln. In diesem Bindegewebe sind Fettzellen eingelagert und befestigt die Haut am Gewebe, der Muskelhaut und dem Muskelgewebe darunter.

 

Das Unterhautfettgewebe dient als Schutz gegen Wärmeverlust, zur Ernährung und auch Abdämmung. Aus Haaranlagen bilden sich außerdem auch Hautdrüsen. Unterschieden werden hier die Schweißdrüsen und die Duftdrüsen.

 Die Schweißdrüsen treten beim Pferd zusammen mit Talgdrüsen auf, deren Hauptaufgaben der Schutz der Haut gegen Feuchtigkeit, Eindringen von Bakterien  und vor Verdunstung ist.

 

Die Symptomatik der Mauke

 

 Wie schon gesagt handelt es sich bei der Mauke um ein Ekzem in der Fesselbeuge des Pferdes. Bei schweren chronischen Verläufen kann sich dieses Ekzem jedoch ausbreiten und sich bis über die Beugefläche der Karpal- oder Tarsalgelenke erstrecken (chronisch-squamöses Ekzem bzw. „Raspe“). Bei der Mauke kommt es zunächst zu einer Rötung der Haut und Bläschenbildung.

 Im Anschluss nässt das Ekzem und das Exsudat ist schmierig und oft auch übelriechend. Bleibt die Problematik länger bestehen kann es zudem zu einer Hypertrophie der Haut kommen und es bilden sich die typischen Krusten und Rhagaden.

 

Ursachen

 

Häufig tritt die Erkrankung mit dem herbstlichen Fellwechsel auf, wenn auch das Wetter schlechter wird, was vermehrt Feuchtigkeit und Matsch mit sich bringt.  Als lokale Ursachen kann man daher matschige und von Kot bzw. Harn verunreinigte Ausläufe und Ställe nennen, meist kombiniert mit mangelnden Bewegungsmöglichkeiten. Wird dann nicht auf Sauberkeit und Hygiene geachtet kann es schneller zu einer Problematik kommen. Meist haben dadurch Pilze oder Bakterien einen guten Nährboden auf dem geschwächten Hautmilieu.

 

Aber auch trotz hygienischer Maßnahmen kann sich die Mauke ausbilden. Deshalb muss es noch mehr Gründe geben, warum das eine Pferd das Ekzem bekommt und das andere nicht.

 

Das Thema Fütterung scheint in diesem Zusammenhang durchaus eine wichtige Rolle zu spielen. Bei betroffenen Pferden findet man häufig eine fehlerhafte Fütterung vor, bei der es zu einem Ungleichgewicht im Mineral- und Spurenelementehaushalt, sowie der Vitaminversorgung kommt. Ein Überschuss an Eiweiß und Zucker in der Ration scheint sich ebenfalls negativ auszuwirken.

 

Da die Haut bekanntermaßen auch zu den Entgiftungs- bzw. Ausleitungsorganen zählt, sollte zudem an eine Stoffwechselstörung gedacht werden. Sind die inneren Entgiftungsorgane (Darm, Leber, Niere) „überfordert“, so werden Giftstoffe und Stoffwechselabbauprodukte vermehrt über die Haut aus dem Körper gebracht und können so die  Neigung zur Ekzembildung massiv verstärken.

 

Ebenso können allergische Reaktionen Ursache einer Mauke sein, wobei sich dies vor allem mit einem Chorioptes-Befall in Zusammenhang bringen lassen kann. Die Milben besiedeln die Fesselbeuge und fressen Hautschuppen bzw. ernähren sich von der austretenden Lymphe. Vor allem auf die Ausscheidungsprodukte der Milben können auch allergische Reaktionen auftreten.

 

Diagnose

 

Vor der Therapie steht natürlich eine ausführliche Diagnose. Die Ursache sollte unbedingt eingegrenzt werden. Dazu eignen sich Haut- und Fellproben, um Erreger (Bakterien, Pilze, Parasiten) zu bestimmen. Aber natürlich können auch ein Blutbild oder eine Fell-Mineral-Analyse wichtige Hinweise über den Funktionsstatus innerer Organe, sowie Mangel- oder Überversorgungen aufdecken. Auch toxische Belastungen können dadurch aufgezeigt werden, welche Hauterkrankungen auslösen oder verstärken können. Wenn also eine innere Ursache die Erkrankung begünstigt, werden rein äußerliche Behandlungen und Hygienemaßnahmen nicht oder nur unzureichend helfen können.

 

Therapiemöglichkeiten von außen

 

Egal welche Ursache sich findet, so sollte natürlich trotzdem eine ausreichende Pflege und die Hygiene in Stall und Auslauf besondere Beachtung finden. Die Einstreu muss täglich sauber und frisch sein und die Ausläufe ebenfalls täglich von Verunreinigungen befreit werden. Die Beine zudem nach dem Auslauf von Schmutz befreit und auf (auch kleine) Verletzungen hin kontrolliert werden.

 

Bei einer bestehenden Mauke werden die Krusten in der Fesselbeuge aufgeweicht und vorsichtig entfernt. Unter den Krusten können sich sonst Erreger wie Bakterien munter ausbreiten und die Tiere infizieren sich immer wieder von neuem. Das bedeutet aber nicht, dass die Beine täglich gewaschen werden dürfen. Dies würde dem Milieu schaden.

 

Häufig werden von Tierärzten leider nur Antibiotika oder Cortison zur Behandlung verordnet, die zwar zunächst die Entzündung eindämmen und Keime vernichten, langfristig jedoch die Ursache nicht beheben können. Meist kommt die Erkrankung nach dem Absetzen der Präparate schnell wieder zurück.  Deshalb ist es besser, das natürliche Hautmillieu zu unterstützen und aufzubauen, wozu sich vor allem die Effektiven Mikroorganismen (EM) sehr bewährt haben. Flüssige, aktivierte Zubereitungen werden dazu von außen aufgebracht. Pathogene Keime werden durch die EM verdrängt und die physiologische Flora gestärkt. Wenn zusätzlich die Haut gepflegt und die wunden Stellen beruhigt werden sollen, so kann zudem im Anschluss eine Zink-Lebertransalbe dünn aufgetragen werden.

 

Die EM können übrigens auch für die Umgebung, wie Stallungen und Auslauf nützlich sein. Großflächig auf dem Boden aufgebracht, drängen sie auch hier pathogene Keime zurück.

 

Therapiemöglichkeiten von innen

 

Bei der Fütterung betroffener Pferde muss unbedingt das Eiweiß reduziert werden. Auch auf Silage sollte besser verzichtet werden, da diese eine Übersäuerung des Organismus fördern kann

 

Grundlage ist ein eiweißarmes, biologisch unbedenkliches Heu (also z.B. nicht durch Pflanzenschutzmittel behandelt) und eine art- und leistungsgerechte Kraftfutterzugabe in Maßen. Bestätigte Defizite des Mineral- und Spurenelementehaushalts werden durch natürliche (keine synthetischen) Mineralfutter ausgeglichen. Vor allem Zink kann hier häufig eine wichtige Rolle spielen.

 

Bei Stoffwechselstörungen und/oder eingeschränkter Funktion der Entgiftungsorgane (vor allem Darm, Leber und Niere) können homöopathische Mittel eingesetzt werden, die auf den jeweiligen Patienten hin individuell abgestimmt werden müssen. Schon bewährte Mittel sind bei Nierenproblematik aber unter anderem Mercurius solubilis, Berberis, Solidago oder Sarsaparilla. Bei Leberfunktionsstörungen z.B.  Chelidonium, Carduus marianus, Taraxacum oder ebenfalls Mercurius.

 

Phytotherapeutisch eignen sich zur Anregung des Stoffwechsels und zum Ausleiten von Giftstoffen Kräuter wie Goldrute, Löwenzahn, Artischocke, Birke oder Ackerschachtelhalm.

 

Auch innerlich verabreicht können die EM wieder ihren Einsatz finden und als aktivierte (EMa) flüssige Zubereitung oder als Bio-Bokashi zum Futter dazugegeben werden. Vor allem der Darm wird durch die kleinen „Helfer“ stabilisiert und die natürliche Flora unterstützt. Gleichzeitig kann dadurch die Leber entlastet werden. Langfristig kann sich dies dann positiv auf die Haut und das Fell auswirken.

 

Was tun bei Milben?

 

Wird allerdings eine Fußräude (Choripotesmilben)  diagnostiziert, kommen auch Antiparasitika zum Einsatz, welche die Milben abtöten. Es sollten dann jedoch alle Tiere des Bestandes kontrolliert und behandelt werden, da es sich um eine ansteckende Erkrankung handelt. Darüber hinaus müssen Stall, Putz- und, Sattelzeug, sowie Geschirr gründlich desinfiziert werden. Der Verlauf der Erkrankung lässt sich jedoch, ebenso wie bei anderen Ursachen, durch eine artgerechte Haltung und eine gesunde Fütterung  positiv beeinflussen.

Mehr zum Thema Hautkrankheiten bei Pferden gibt es in diesem Buch:

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